Bericht von der Jugendjury Spandau 2014

Bei der ersten Entscheidungsrunde der Jugendjury Spandau am 14. Juni in der Bezirkszentralbibliothek Spandau waren insgesamt 24 Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren in sechs Jugendgruppen vertreten. Bei einer vierstündigen, nichtöffentlichen Debatte haben sich die Gruppen gegenseitig ihre Projekte und Finanzpläne vorgestellt. Die Inhalte und Kriterien wurden intensiv besprochen. Kennenlernspiele und Energizer der beiden Moderator*innen von der Servicestelle Jugendbeteiligung sorgten für eine gute Stimmung während der Debatte. Besonders wichtig war den anwesenden Jugendlichen, wie offen die Projekte auch für andere interessierte Jugendliche waren. Denn teilweise fanden sie die Projektvorschläge der anderen Gruppen so interessant, dass sie sich gegenseitig unterstützen wollten.
Dies wirkte sich auch positiv auf die Stimmung bei der Verteilung der Gelder aus: Die Jugendgruppen zeigten sich solidarisch mit anderen Gruppen und kürzten teilweise selber ihre Finanzpläne, damit andere Gruppen noch etwas mehr erhielten. So war bei der Einigung über die Verteilung der 4200 Euro von Konkurrenzdenken keine Spur. Auch Bezirksstadtrat Gerhard Hanke, der die Schecks am Nachmittag bei der öffentlichen Sitzung unter Anwesenheit von Freund*innen, Familie und Presse übergab, betonte die solidarische Stimmung unter den Jugendlichen: „Die erwachsenen Politiker*innen sollten sich ein Beispiel an den Jugendlichen nehmen“ gab er zu Wort.

Bei der ersten Entscheidungsrunde in der Bezirkszentralbibliothek Spandau wurden folgende sechs Jugendprojekte gefördert:

  • „Kultur kennt kein Einkommen“ (Jugendliche planen kulturelle Ausflüge in Berlin für benachteiligte Kinder während den Ferien): 900,00 Euro
  • „Café Grenzenlos“ (Café für Diskussionen und Gespräche zur DDR und die Mauer während der Ausstellung): 700,00 Euro
  • „Bauwagen-Tauschzimmer“ (Ein alter Bauwagen wird in ein Tauschzimmer mit Vordergarten und Veranda umgestaltet): 700,00 Euro
  • „Lucky Day“ (Spandauer Jugendtag zum Thema "Glück" an den sich Bands, Gemeinden und Projekte vorstellen): 750,00 Euro
  • „Gemeinsam stark für Spandau“ (Mitglieder der THW-Jugend Berlin-Spandau möchten zukünftig besser zusammenarbeiten und planen ein gemeinsames Wochenende): 550,00 Euro
  • „Talentiert – Musikwettbewerb Spandau“ (Ein Musikwettbewerb unter Spandauer Jugendlichen in Kooperation mit dem Bezirksschüler*innenausschuss und "I am Jonny"): 600,00 Euro

Die zweite Entscheidungsrunde der Jugendjury Spandau fand während eines Barcamps am 27. September in der Jugendtheaterwerkstatt Spandau statt. Das Ideencamp 2014 und die Jugendjury Spandau wurden in diesem Jahr als zwei besondere Events der Jugendbeteiligung erstmalig gemeinsam durchgeführt. Ein Barcamp bedeutet nichts anderes als eine Art „Un-Konferenz“, also eine Veranstaltung, bei der die Themen bzw. die Workshops nicht gesetzt sind, sondern durch die Teilnehmer*innen selbst bestimmt und gestaltet werden. Jugendliche wurden hierzu unter dem Motto „FOROOM2014 – Raum für Ideen und Projekte“ am 29. Juni und 27. September 2014 in die Jugendtheaterwerkstatt Spandau eingeladen, um Raum für ihre Themen zu erhalten.
Die neue Symbiose aus Jugendjury Spandau und Barcamp in 2014 hatte ihren besonderen Reiz, da erstmalig Projekte und Projektgelder ad hoc während der Veranstaltung des Barcamps erdacht, erstellt und beantragt werden konnten. Diese direkte und niedrigschwellige Form der Jugendbeteiligung fand sehr großen Zuspruch und Andrang von Seiten der Jugendlichen. Die bereitstehenden 5000 Euro vom Jugenddemokratiefonds und dem Bezirksamt Spandau wurden von der Summe der Projektanträge her weit überschritten. Rund 9000 Euro wurden von elf jugendlichen Projektgruppen beantragt.
Bei den Sessions zur Jugendjury während des Barcamps erschienen 27 Jugendliche zwischen 13 und 22 Jahren. Gefördert wurden nach einer hitzigen Debatte letztlich acht Projekte mit 5100 Euro. Bezirksstadtrat Gerhard Hanke hatte in den letzten Zügen der Debatte noch 100 Euro zur Projektförderung oben drauf gelegt, damit die Jugendlichen zu einer Einigung kommen konnten. Die Jugendgruppen hatten während des gesamten Barcamps, also vier Sessions mit jeweils 45-minütigen Timeslots präsentiert und verhandelt – sogar in den Pausen! Moderiert wurden die Jugendjury-Sessions von zwei jungen Erwachsenen der Servicestelle Jugendbeteiligung und des YouthBanks.
Schade fanden die Jugendjury-Teilnehmer*innen es bloß, dass sie aufgrund der langen Verhandlungen in der Jugendjury an den restlichen Sessions des Barcamps, die zeitgleich zur Jugendjury stattfanden, nicht teilnehmen konnten. Die Jugendtheaterwerkstatt Spandau verlieh der gesamten Veranstaltung ihr eigenes Flair, begann und schloss mit einer musikalischen Bandeinlage und verköstigte all ihre Teilnehmer*innen bei perfektem Wochenendwetter mit einem selbst hergerichteten Buffet und Grillgut im Garten. Stadtrat Gerhard Hanke lobte die Teilnehmer*innen bei der offiziellen Scheckübergabe für ihre demokratischen Kompetenzen.

Bei der zweiten Entscheidungsrunde während des Barcamps in der Jugendtheaterwerkstatt wurden folgende acht Jugendprojekte gefördert:

  • „Schlag den Lehrer“ (Organisation und Durchführung einer Spieleshow "Schüler gegen Lehrer" an der Wolfgang-Borchert-Schule): 750,00 Euro
  • „Eine Stimme für die Jugendtheaterwerstatt“ (Headsets für eine Musical-Produktion, die auch anderen Gruppen zur Verfügung stehen): 750,00 Euro
  • „Graffitiprojekt“ (Ein professionelles Graffitiprojekt soll dem BDP Mädchenladen eine neue Außenfassade verpassen): 600,00 Euro
  • „Multikulti-Band“ (Jugendliche mit unterschiedlichem kulturellen Background entwickeln ein multikulturelles Musikprojekt an der Schule am Staakener Kleeblatt mit der Weltsprache Musik): 600,00 Euro
  • „Teamwochenende“ (Mentor*innen, die ehrenamtlich Workshops zur Prävention von Cyber-Mobbing an Spandauer Grundschulen durchführen, planen eine abschließende Wochenendfahrt zur Auswertung): 550,00 Euro
  • „NorAway“ (Eine von Jugendlichen geplante Outdoor-Fahrt nach Norwegen. Wandern und Zelten ohne Medien dabei zu haben): 500,00 Euro
  • „Kinder- und Jugendmusical“ (Vorbereitung eines Musicals [Story/Drehbuch, Songwriting, Projektreise] mit Kindern aus dem Kidsclub der Josua Gemeinde): 950,00 Euro
  • „Freifunk Spandau“ (Installation von Knotenpunkten und Routern in der Nikolaigemeinde und Melanchtongemeinde in Spandau): 400,00 Euro >> Das Projekt konnte nicht durchgeführt werden! Die Gelder flossen daher weiter an das
  • Nachrücker-Projekt: „Junges Tonstudio im Falkenhagener Feld“ (Erweiterung eines von ehrenamtlichen Jugendlichen betriebenen Tonstudios): 400,00 Euro

Weitere Projektgruppen hatten sich zwar beworben, sind aber kurzfristig abgesprungen.

Träger der Jugendjury Spandau ist Kompaxx e.V. Jugendhilfe. Die Jugendjury Spandau wird vom Jugend-Demokratiefonds Berlin und dem Bezirksamt Spandau Abt. Jugend, Bildung, Kultur und Sport (JuBiKuS) gefördert.

Download

Projektberichte der Jugendjury Spandau 2014  -   1.8 MB
Flyer aus 2014  -   1.5 MB

Projektbeispiele:

Bewilligt: Renovierung eines Bauwagens zur Nutzung als Tauschzimmer
Bewilligt: Spandauweiter Schüler-Musikwettbewerb im Rahmen von "I Am Jonny"
Bewilligt: "Schlag den Lehrer" an der Wolfgang-Borchert-Schule